Veranstaltungen

Kulturelles Gedächtnis und Dekolonisierung: Die Digitalisierung des Nationalarchivs in Gambia

Veranstaltungsdetails
Datum:14.09.2023 bis 14.09.2023
Ort:Münster
Anschrift:Universität Münster, Philosophikum, Seminarraum S 201, Domplatz 23
Kontakt:Dr. Anna Stelthove-Fend
Kosten:--
E-Mail:info@afrikanische-perspektiven.de
Internet:http://www.uni-muenster.de/KFG-Zugang/veranstaltungen/gambia.html
Programm:Kulturelles Gedächtnis und Dekolonisierung: Die Digitalisierung des Nationalarchivs in Gambia

Vortrag: Dr. Katrin Pfeiffer, Hamburg
Moderation: Prof. Dr. Dorothea Schulz, Münster

Donnerstag, 14. September 2023, 18:15 Uhr
Universität Münster, Philosophikum, Seminarraum S 201, Domplatz 23

In dem westafrikanischen Land Gambia sind mündliche Quellen für die Bewahrung des kulturellen und historischen Gedächtnises von entscheidender Bedeutung. Bakari Kebba Sidibe, ein Pionier des Studiums und der Verschriftlichung der Sprachen in Gambia, dokumentierte bereits in den 1950er Jahren Geschichte und Kulturen seines Landes mittels Tonaufnahmen. 1971 gründete er „The Gambia Cultural Archives“, eine Einrichtung, die Anfang der 1990er Jahre nach einer Umstrukturierung in „National Center for Arts and Culture (NCAC)“ umbenannt wurde.

Das Archiv des NCAC umfasst heute 5.000 Tonband- und Kassettenaufnahmen sowie 1.200 Transkriptionen und/oder Übersetzungen. Damit ist dieses Archiv nicht nur ein wahrer Kulturschatz für Gambia, sondern es ist auch einzigartig in Afrika. Es umfasst hauptsächlich Aufnahmen aus Gambia, aber auch aus Senegal und Guinea-Bissau. Die meisten der Aufnahmen enthalten bestellte oder zufällige Performances sowie Interviews zu Geschichte, Ethnologie /Soziologie, Besiedlungsgeschichte bzw. Migration in und nach Gambia, Genealogien, Musik und Sprachkunst. 99% der Texte liegen auf 8 der indigenen Sprachen der Senegambia-Region vor: Mandinka, Pulaar, Wolof, Soninke, Ajamaat, Aku, Manjak und Jaxanka.

Im Rahmen des Projektes "NCAC National Digital Archiv of The Gambia – Digitalarchiv Bakari Kebba Sidibe" wurden die Tonaufnahmen samt aller Verschriftlichungen digitalisiert. Ziel des Projektes war es, die Daten nicht nur zu konservieren, sondern sie in Gambia und auch international zugänglich zu machen. Das Projekt war eine Kooperation zwischen dem NCAC, Gambia und der Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut, Abteilung für Afrikanistik. Es wurde in der Zeit von 2016 bis 2022 mit Fördermitteln der Gerda-Henkel Stiftung durchgeführt.

Geschichte wurde bisher praktisch immer aus der Sicht Europas/des Westens geschrieben. Das digitale Archiv mit den historischen Quellen aus Gambia bietet einen Perspektivwechsel und ist ein Beitrag zur Diskussion über die Dekolonisierung des Landes.

Dr. Katrin Pfeiffer ist Afrikanistin und Mitarbeiterin in dem Digitalisierungsprojekt der Universität Hamburg. Sie berichtet über die Arbeit im Projekt, das sowohl in Fajara/Gambia als auch in Hamburg durchgeführt wurde. Sie stellt ausgewählte Aufnahmen vor und spricht auch von den Herausforderungen z.B. bei der Transkription und Verschlagwortung.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Der Vortrag ist Teil des Projektes „Fokus Gambia“. Weitere Informationen: https://afrikanische-perspektiven.de/projekte/fokus-gambia-2023/

Die Veranstaltung von Afrikanische Perspektiven e.V. in Zusammenarbeit mit der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ der Universität Münster wird unterstützt von Engagement Global gGmbH gefördert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen hier gerne weiter.

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